Die Parterre-Anlagen im Schlosspark Ettersburg sind nach historischem Vorbild wiederhergestellt. Foto: André Kühn © Klassik Stiftung Weimar

Die Parterre-Anlagen im Schlosspark Ettersburg sind nach historischem Vorbild wiederhergestellt. Foto: André Kühn © Klassik Stiftung Weimar

Die Parterre-Anlagen im Schlosspark Ettersburg sind nach historischem Vorbild wiederhergestellt. Foto: André Kühn © Klassik Stiftung Weimar

Die Parterre-Anlagen im Schlosspark Ettersburg sind nach historischem Vorbild wiederhergestellt. Foto: André Kühn © Klassik Stiftung Weimar

Die Parterre-Anlagen im Schlosspark Ettersburg sind nach historischem Vorbild wiederhergestellt. Foto: André Kühn © Klassik Stiftung Weimar

Die Parterre-Anlagen im Schlosspark Ettersburg sind nach historischem Vorbild wiederhergestellt. Foto: André Kühn © Klassik Stiftung Weimar

Die Parterre-Anlagen im Schlosspark Ettersburg sind nach historischem Vorbild wiederhergestellt. Foto: André Kühn © Klassik Stiftung Weimar

Die Parterre-Anlagen im Schlosspark Ettersburg sind nach historischem Vorbild wiederhergestellt. Foto: André Kühn © Klassik Stiftung Weimar

Die Parterre-Anlagen im Schlosspark Ettersburg sind nach historischem Vorbild wiederhergestellt. Foto: André Kühn © Klassik Stiftung Weimar

Der Schlosspark Ettersburg erblüht in historischer Pracht

Text von Katja Pawlak und Sophia Hutzler
Aktuelle Fotos: André Kühn

Alles neu macht der Mai im Schlosspark Ettersburg. Zur Bundesgartenschau 2021 in Erfurt sind nun die Parterre-Anlagen im Park bei Weimar nach historischem Vorbild wiederhergestellt.

Etwa sieben Kilometer nördlich von Weimar auf einer Anhöhe liegt der Schlosspark Ettersburg.  Anlässlich der BUGA 2021 hat die Klassik Stiftung Weimar nun Parkeingänge und Parterreflächen des Schlossparks Ettersburg denkmalgerecht instandgesetzt und die historische Gestaltung der Zeit um 1865 nachempfunden. Ab sofort können Besucher und Besucherinnen den BUGA-Außenstandort in neuem Glanz erleben.

Das barocke Jagdschloss

Die Geschichte des Schlossparks Ettersburg, der heute Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist, beginnt bereits im Mittelalter. Damals existierte in Ettersburg ein Augustiner-Chorherrenstift und eine Kirche. Nach der Säkularisierung Anfang des 16. Jahrhunderts und der Umwandlung in ein herrschaftliches Kammergut begannen die Gebäude zu verfallen. Auf ihrem Grundriss wurde im frühen 18. Jahrhundert ein barockes Jagdschloss errichtet. Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar-Eisenach nutzte das Anwesen zu dieser Zeit ausschließlich zur Jagd. Er verzichtete daher auf eine aufwendige Gartengestaltung und ließ lediglich zwei Parterreanlagen und eine vorgelagerte Terrassenfläche anlegen. Der Grundriss dieser beiden barocken Parterres ist bis heute erhalten.

Berühmte Gäste auf Schloss Ettersburg

Ab 1776 verbrachte Herzogin Anna Amalia ihre Sommer auf Schloss Ettersburg. Ihr gefiel die unberührte waldreiche Umgebung, in der sie fern der Residenzstadt ein Leben in „Freiheit und Natur“ führen konnte. Mit ihrem Einzug entstanden im angrenzenden Wald zahlreiche Schlängelwege, ausgestattet mit Inschriften, Skulpturen, Büsten und Steinbänken. Fünf Jahre lang begrüßte sie in Ettersburg prominente Gäste wie Goethe, Herder, Wieland oder auch den Märchendichter Carl August Musäus, bevor sie 1781 ihren Sommersitz nach Tiefurt verlegte.

Anna Amalias Sohn Herzog Carl August nutzte den umliegenden Forst weiter als Jagdrevier, besuchte Schloss und Park aber nur selten. Nach seinem Tod 1828 fiel die Anlage in einen Dornröschenschlaf, dem erst 1841 sein Enkel Carl Alexander ein Ende setzte.

Inspiration aus England

In Zusammenarbeit mit Eduard Petzold begann er nun den Park so zu gestalten, wie er im Wesentlichen auch heute noch zu sehen ist. Sein Besuch in England 1839 führte ihn auch in die königliche Residenz Queen’s House mit dem Marinehospital in Greenwich London. Die Gestaltungen von Gärten des Gartenkünstlers Humphrey Repton – damals ein gefeierter englischer Landschaftsarchitekt – faszinierten den Herzog von Sachsen-Weimar-Eisenach nachhaltig

 Entwurf für den Ettersburger Schlosspark. Kolorierte Zeichnung von Eduard Petzold von 1841. ©Klassik Stiftung Weimar

Entwurf für den Ettersburger Schlosspark. Kolorierte Zeichnung von Eduard Petzold von 1841. ©Klassik Stiftung Weimar

Carl Alexander entwickelte eigene Ideen für die Neugestaltung des Schlossparks in Ettersburg und fertigte beispielsweise Skizzen der Laubengänge an. Seine Pläne übergab er Eduard Petzold, dem Großherzoglich-Weimarer Hofgärtner in Ettersburg und Weimar.

Dieser fertigte daraufhin 1841 einen Entwurf für den Schlosspark an, der die Umgestaltung der einst barocken Schmuckflächen nach englischem Vorbild vorsah. Später ließ der Herzog die beiden Parterres um gusseiserne Laubengänge ergänzen. Die Nachfertigung dieser Elemente nach den historischen Vorbildern gehört heute zu den Höhepunkten der neugestalteten Anlage.

Ostparterre mit Pergola und Hochstammrosen im Schlosspark Ettersburg um 1900. Foto: © Klassik Stiftung Weimar

Ostparterre mit Pergola und Hochstammrosen im Schlosspark Ettersburg um 1900. © Klassik Stiftung Weimar

Pergola im Schlosspark Ettersburg bei Weimar 1904. Foto: Louis Held

Pergola im Schlosspark Ettersburg bei Weimar 1904. Foto: Louis Held

Historische Rosensorten

Auch die Gestaltung und Bepflanzung mit sich kreuzenden Bändern und einem umlaufenden Band mit Hochstamm-Rosen orientiert sich als Neuinterpretation der historischen Parterreanlage um 1865. Die Rosen selbst ­– Teil einer opulenten Bepflanzung mit Lavendel und Thymian – sind historische Sorten, die es bereits im 19. Jahrhundert in Ettersburg gegeben hat. Die frisch renovierten Putten, die nun wieder an ihrem alten Platz in der Mitte des Parterres aufgestellt sind, gehörten ebenso zur historischen Ausstattung.

Im Zuge weiterer Renovierungen wurden die beiden Stützmauern an West- und Ostparterre grundlegend in Stand gesetzt, eine Zisterne zur Bewässerung der Parterres eingebaut und der Weg zwischen Park und Gewehrsaal mit einer Beleuchtung ergänzt. Zudem wird bald eine neue Treppe an der Seite zum Gewehrsaal nutzbar sein. Diese und die neu gestaltete Zufahrt im östlichen Parkeingang verbessern die Zugänglichkeit zu Schloss und Park erheblich.

Pücklerschlag mit Panoramablick

Eine Besonderheit des Ettersburger Schlossparks aber ist und bleibt der Pücklerschlag. Benannt nach dem Landschaftsarchitekten Fürst Hermann von Pückler-Muskau, der 1845 die Erweiterung der Schlossallee mit einer Schneise des alten Jagdsterns anregte.

Die langgestreckte Waldwiese zieht sich mit einer Länge von fast 900 Metern den Hang hinauf. Ihre Ränder sind mit Gehölzgruppen und vorgepflanzten Einzelbäumen und Baumgruppen im Stil englischer Parks kulissenartig gestaltet. Vom höchsten Punkt des Pücklerschlages bis hinunter ins Tal erstreckt sich der vielgerühmte Panorama-Blick bis in das Thüringer Becken.

Der nach dem berühmten Gartengestalter Fürst Hermann von Pückler-Muskau benannte "Pücklerschlag" im Schlosspark Ettersburg gibt einen wunderbaren Panorama-Blick frei. Foto: Thomas Müller © Klassik Stiftung Weimar

Der nach dem berühmten Gartengestalter Fürst Hermann von Pückler-Muskau benannte “Pücklerschlag” im Schlosspark Ettersburg gibt einen wunderbaren Panorama-Blick frei. Foto: Thomas Müller © Klassik Stiftung Weimar

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2 Kommentare

  • Liebe Kollegen in Weimar!
    Das ist ein sehr interessanter Artikel! Wir haben schon eine richtige Garten-Reiseroute im Kopf für diesen Sommer und kommen bestimmt mal vorbei.
    Zu unserer Ausstellung #GartenEinsichten “Wie der Gärtner, so der Garten” gibt es eine Mitmach-Aktion mit gleichem Hashtag, zu der wir Sie gern einladen möchten!
    Viele Grüße aus Posterstein,
    Marlene Hofmann

    Museum Burg Posterstein -
    • Wie schön, dass Ihnen der Beitrag gefällt, liebe Frau Hofmann. Besten Dank auch für Ihren Hinweis auf die Ausstellung #GartenEinsichten – die wir uns gern näher ansehen. Viele Grüße aus Weimar von
      Jeanette Miltsch

      Klassik Stiftung Weimar -