Mit Traktor und LKW wurden kürzlich zwei Bäume in den historischen Parkanlagen der Klassik Stiftung beschnitten bearbeitet. Foto: Klassik Stiftung Weimar

Baumpflege mal anders

Ein wenig brachial sah es ja aus, diente aber sowohl der Verkehrssicherheit als auch dem Naturschutz und der Denkmalpflege: Kürzlich wurden erstmals Bäume in den historischen Weimarer Parks nicht mit der Kettensäge beschnitten, die Äste wurden abgebrochen, um ein natürlicheres Bild zu erzeugen. »An zwei Altbäumen haben wir eine bereits in anderen historischen Gärten erprobte Möglichkeit angewandt, um erforderliche Maßnahmen zum Erhalt der Verkehrssicherheit mit den Gestaltungszielen des Landschaftsgartens in Einklang zu bringen«, sagte Gartenreferent Christian Lentz.

Die Methode hat mehrere Vorteile: Durch die natürlich wirkenden Bruchkanten fügt sich die Eiche weiterhin harmonisch in das Landschaftsbild des Schlossparks Ettersburg ein. Zudem wird das Besiedlungspotential für faunistische Artengruppen und Pilze verbessert. Foto: Klassik Stiftung Weimar

Durch die natürlich wirkenden Bruchkanten fügt sich die Eiche weiterhin harmonisch in das Landschaftsbild des Schlossparks Ettersburg ein. Zudem wird das Besiedlungspotential für faunistische Artengruppen und Pilze verbessert. Foto: Klassik Stiftung Weimar

Das hieß konkret: Ein LKW stabilisierte den zu beschneidenden Baum mit einem Seil, ein Traktor zog ruckartig an einem zweiten Seil in entgegengesetzter Richtung, um den entsprechenden Ast an einer angesägten Bruchkante abzubrechen. Die massive Überlast einer Eiche im Schlosspark Ettersburg machte den Eingriff notwendig, da die Bruch- und Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben war. So kann der Baum, der bereits auf einem nach 1850 entstandenen Stich von Hermann Gustav Brinckmann zu sehen ist, noch einige Jahre erhalten werden.

Blick vom Panoramaweg auf das Schloss Ettersburg. Lithographie, gezeichnet von Robert Bauer, gestochen von Hermann Gustav Brinckmann, nach 1850, Klassik Stiftung Weimar

Blick vom Panoramaweg auf das Schloss Ettersburg. Lithographie, gezeichnet von Robert Bauer, gestochen von Hermann Gustav Brinckmann, nach 1850, Klassik Stiftung Weimar

Durch die natürlich wirkenden Bruchkanten fügt er sich nun weiterhin harmonisch in die idealisierte Natur des Parks ein und dient Fledermäusen, Käfern und anderen Organismen wie Pilzen als Lebensraum, die sich etwa an der Bruchstelle ansiedeln können.

»Diese Methode wenden wir nur bei bereits abgängigen Altbäumen an, die bereits größten Schaden genommen haben und sich in ihrer letzten Lebensphase befinden«, versicherte Christian Lentz. Wie schwer sich Schäden am historischen Baumbestand abschätzen lassen, zeigte sich an einem Ahorn im Park an der Ilm: Hier waren die Wurzeln bereits so stark geschädigt, dass der Baum aus Sicherheitsgründen gefällt werden musste.

Die Wurzeln des Ahorns waren derart stark geschädigt, dass der Baum nicht erhalten werden konnte. Foto: Klassik Stiftung Weimar

Die Wurzeln des Ahorns waren derart stark geschädigt, dass der Baum nicht erhalten werden konnte. Foto: Klassik Stiftung Weimar

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